Life in Progress

Dokumentarfilm von Irene Loebell, 100 & 54 Minuten, 2014

Synopsis

In einem Johannesburger Township leben Tshidiso 18, Venter 17 und die 16jährige Seipati. Sie stecken mitten im komplizierten Unterfangen, erwachsen zu werden, und sie haben alle keinen Vater. In Jerry, 39, haben die Teenager eine Art Ersatzvater gefunden: Er hat eine Tanzgruppe ins Leben gerufen, mit der er Jugendliche von der Strasse wegholt. Als Jerry selbst noch ein Teenager war, zu Zeiten der Apartheid, bestand sein Leben aus Waffen und Gewalt. Diese Vergangenheit hat er nur scheinbar hinter sich gelassen: Der Zorn, die Verzweiflung und die Wut stecken noch immer tief in ihm drin. Regelmässig schlägt und demütigt er die Jugendlichen. So gibt er das, wogegen er ankämpft, auf eine verhängnisvolle Weise an Tshidiso, Venter und Seipati weiter.

Preise

2014 Anerkennungspreis, Berner Filmpreisfestival

Festivals

2014 Visions du Réel
2014 Arusha African Film Festival
2014 Lesotho Film Festiva, Thaba Tsheka, Lesotho
2014 Berner Filmpreisfestival
2014 New York African Diaspora International Film Festival
2014 Mumbai Women’s International Film Festival
2015 Africa World Filmfestvial Accra, Ghana
2015 Africa World Documentary Film Festival
2015 Festival Panafricain du Cinéma de Ouagadougou FESPACO
2015 BUFF International Film Festival
2015 Vues D’Afrique
2015 iRepresent International Documentary Film Festival
2015 14th RAI International Festival of Ethnographic Film, Bristol
2015 BFM International Film Festival
2015 Zanzibar International Film Festival

Presse

«Loebell interessierte, wie es der «Generation Nelson Mandela», der ersten Generation von Schwarzen, die nach der Apartheid geboren wurden, heute geht. «Sie sind mit dem Versprechen aufge- wachsen, dass für Schwarze jetzt alles anders ist», sagt Loebell. Die drei Schicksale in ihrem Film zeigen, dass dem leider nicht so ist: Die Lebensumstände in der Township sind harsch, die Aufstiegsperspektiven begrenzt…»
– Miriam Fuchs für den Tages-Anzeiger vom 07.03.2015

«Der 95-minütige Streifen geht unter die Haut. Fatalistisch sagt Seipati am Ende: «Alles geschieht aus irgendeinem Grund.» Sie scheint mit mittlerweile 21 Jahren nicht mehr daran zu glauben, wirklich einen Einfluss auf ihr eigenes Leben zu haben…»
– Helen Lagger für die Berner Zeitung vom 05.03.2015

«Das Leben in einer Township ist voller Leerstellen. Oft sind die Väter und Mütter nicht da. Die Kinder müssen für sich selber sorgen, mit all den Schwierigkeiten, die der Alltag mit sich bringt. Venter kocht für seine Brüder. Flickt die Löcher an den Hauswänden. Und bügelt auch sein Hemd. Um weiterzukommen, darf man sich nicht gehen lassen…»
– Stefan Busz für Der Landbote vom 06.03.2015

«Aus der mehrjährigen Arbeit ist ein ungewöhnlich naher Dokumentarfilm entstanden, der ab Sonntag in den Schweizer Kinos läuft. «Life in Progress» heisst der Film, und der Titel ist doppeldeutig: Progress, also Fortschritt, lautet die Übersetzung des Township-Namens Katlehong, und Fortschritt erhoffen sich auch die Teenager, die sich in Jerrys Tanzgruppe Taxido organisiert haben, dort hart trainieren und versuchen, der Misere zu entkommen…»
– Brigitte Hürlimann für die Neue Zürcher Zeitung vom 04.03.2015

«Über ihre Träume und Ängste reden sie viel im Film, auch wenn ihnen die Begleitung durch Irene Loebell über die Jahre hinweg manchmal fast zu viel wurde. «Oh Irene, sie stellte so viele Fragen, dermassen viele Fragen! Ich habe am Anfang nur ständig verlegen gelacht», sagt Tshidiso. Venter erinnert sich, wie er sich schämte, als die Regisseurin ihn erstmals von der Schule abholte. Weil er sich zu gehemmt fühlte, soviel von sich preiszugeben. «Sie hat mich überzeugt, mich zu öffnen und keine Angst vor meiner Situation zu haben. Und jetzt war dieser Film die Möglichkeit, das Buch meines Lebens zu schreiben.»…»
– Bettina Kugler für das St. Galler Tagblatt vom 3. März 2015

«Im Kinosaal in Zürich stehen einige dieser Mitglieder nun fast ein wenig schüchtern im Rampenlicht. Gerade wurden ihre Lebensum­stände einem Publikum in einem der reichsten Länder der Erde vorgeführt: die Armut, mit der sie schon ihr ganzes Leben lang zu kämpfen haben; die Hütten ohne Badezimmer, in denen sie sich mit Ungeziefer herumschlagen müssen; das tägliche Bangen um einen gefüllten Bauch…»
– Stephanie Danner für die WOZ vom 12.03.2015

Links

Weitere Informationen auf der offiziellen Seite des Filmes und auf der Seite des Filmverleihs Filmbringer Distribution AG.
Aktuelle Spielzeiten und -orte auf cineman.ch.

Credits

ein Film von IRENE LOEBELL Kamera und Ton IRENE LOEBELL Zusätzliche Kamera PETER GUYER Montage KONSTANTIN GUTSCHER Musik MARIO MARCHISELLA Sounddesign BALTHASAR JUCKER eine Produktion der RECYCLED TV AG und LOÈ FILM GMBH Produzentin MADELEINE CORBAT und PETER GUYER Co-Produzent STEVEN MARKOVITZ