Der Anachronist

Dokumentarfilm von Christian Knorr, 78 Minuten, 2018

News

Der Film läuft seit dem 16. August 2018 im Kino:
Kino Rex Bern
Kino Bourbaki Luzern
Chino Worb

Pressetext

Zum 100. Geburtstag von Werner Schwarz (1918-1994) hat Christian Knorr eine vielschichtige und materialreiche Hommage ganz im Geist des Berner Künstlers realisiert. In seinem Dokumentarfilm taucht er ein ins Leben und die Kunst eines Mannes, der beharrlich seinen eigenen Weg gegangen ist. Der Anachronist ist die Geschichte eines Mannes, der immer ein Aussenseiter war und doch ein Anziehungspunkt für so viele Menschen wurde. Wegbegleiter wie Schriftsteller Lukas Hartmann, Schauspielerin Heidi Maria Glössner, Musiker Balts Nill oder Alt-Nationalrat Helmut Hubacher erzählen davon.

Synopis

Der Nachlass von Werner Schwarz ist riesig. Fotos, Bücher, Notizen, Landschaftsbilder, Glasbilder, Filmaufnahmen und Gespräche auf Tonbändern. Dazu die Experimentalfilme Dazwischen (1976) und Punktum (1980), die an den Solothurner Filmtagen gezeigt wurden und weiteres ungeschnittenes Filmmaterial. Für seinen Film pflügte sich der Regisseur Christian Knorr durch mehr als 800 Minuten 16mm Filmaufnahmen und Tausende von Fotografien.
Wie kann man aus dieser Vielfalt einen Film machen, der kein Künstlerporträt ist, sondern vielmehr eine Schwarz’sche Anleitung für ein Leben, das aus dem Vollen schöpft?
«Mys Läbe, e Rächnig, wo nie ufgeit? Oder e Spirale, wo wyter dräit?» notierte Werner Schwarz ganz zuletzt auf einem Zettel. Christian Knorr dreht in seinem Dokumentarfilm die Spirale weiter. Denn das Leben und Werk von Werner Schwarz berührt uns alle. Es erzählt von Gegensätzen: Hier der Bauernbub, da der Künstler. Hier der Reisende, da der Verwurzelte. Hier der fluchende ‚Polteri’, da der weltoffene Mystiker – und es erzählt von den Graubereichen, die es braucht, um Farbe zu erzeugen.
Materialreich lässt der Film das Leben des Künstlers und sein Schaffen Revue passieren. Eine wichtige Rolle spielen auch die Filme, die Werner Schwarz auf seinen zahlreichen Reisen gedreht hat. Um zu verstehen, zu beobachten, was die Welt und die Menschen im Innersten zusammenhält, legte dieser umtriebige Mensch in Schweizer Bauernkluft unzählige Kilometer um die ganze Welt zurück. Parallel werden die Anfänge der modernen Zersiedelung in seiner bäuerlichen Umgebung in Schliern dokumentiert.
Der Anachronist ist die Geschichte eines Mannes, der immer ein Aussenseiter war und doch ein Anziehungspunkt für so viele Menschen wurde. Wegbegleiter wie Schriftsteller Lukas Hartmann, Schauspielerin Heidi Maria Glössner, Musiker Balts Nill oder Alt-Nationalrat Helmut Hubacher erzählen davon.
«Ich spürte, dass der Stoff des Werner Schwarz ein seltenes Schweizer Leben zeigt. Mit einem kleinen Team begannen wir uns dem Stoff zu nähern und versuchten, sein Leben in Bild und Ton zu verwandeln.» Regisseur Christian Knorr (Widerstand Brockenhaus), Ideengeber Galerist Johannes Spycher, Filmkomponist Ramon Bischoff und Cutter Konstantin Gutscher (Dem Himmel zu nah) gaben diesem einzigartigen und wunderlichen Schweizer Leben nun ein filmisches Gesicht.
Werner Schwarz ist meist losgezogen ohne Geld in der Tasche. Auf seinen Reisen tauschte er Porträtskizzen gegen Essen. Lebte mit den Einheimischen. Der kreative Prozess kam vor allem anderen. Und gerade so, im Sinn von Werner Schwarz , begannen auch die Arbeiten zu diesem Film. Einfach vorwärts treiben und parallel dazu versuchen die Finanzierung zu sichern. Denn eins war klar: Der Film sollte spätestens am 18. Juli 2018 fertig sein – dem 100. Geburtstag von Werner Schwarz.
Der Kosmos des Aussenseiters Werner Schwarz ist und bleibt ein Ort, wo das Andersdenken, das Anderssein zu Hause ist. Solche Persönlichkeiten faszinieren uns heute genauso wie damals. Wir brauchen sie. Sie geben uns Halt in unbeständigen Zeiten, obwohl sie selber ein Leben lang nach Antworten suchen. Noch heute trotzt zwischen den Bauten die Bretterhütte von Werner Schwarz als Sinnbild des Widerstands. Kurz vor seinem Tod hat Werner Schwarz eine Stiftung ins Leben gerufen mit dem Wunsch, dass jüngere Generationen mit seinem Werk etwas anfangen können. Dieser letzte Wunsch wird ihm nun mit diesem Film erfüllt.» (von Christian Knorr)

Credits

Buch und Regie CHRISTIAN KNORR mit WERNER SCHWARZ, LUKAS HARTMANN, HEIDI MARIA GLÖSSNER, HELMUT und GRET HUBACHER, BALTS NILL, ROSMARIE FINGER, MARIETTA MASSARDT, PETER AFFOLTER, FRITZ RINDLISBACHER und NOMAR BLANC Kamera CHRISTIAN KNORR und WERNER SCHWARZ Montage KONSTANTIN GUTSCHER Musik RAMON BISCHOFF Tonmischung FELIX BUSSMANN Color Grading DAVIDE GRECCO Technische Leitung LOUIS MATARÉ, LOMOTION AG Produktion CHK FILMPRODUKTION Produzent CHRISTIAN KNORR Co-Produzent JOHANNES SPYCHER